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Was wir wollten ...

Mit Paketen fing alles an: Die Fresspakete, die die ca. 200 in Dresden lebenden AsylbewerberInnen erhielten, sollten endlich der Vergangenheit angehören. Die Kampagne "...und wer kontrolliert Ihren Einkauf?" wurde 2005 gegründet mit dem Ziel, dass die Stadt Dresden die Versorgung mit Bargeld gewährleistet. Zu diesem Zeitpunkt erhielten Menschen im Asylverfahren oder mit Duldung in Dresden Essenspakete und die Stadtverwaltung bemühte sich gerade um die Einführung von Chipkarten, mit denen in bestimmten Läden eingekauft werden könnte.
Wir als Mitglieder der Kampagne sahen in der Paket- oder Chipkartenversorgung ein Mittel zur Diskriminierung und Kontrolle der Betroffenen und forderten Bargeld. In vielen Bundesländern und in Städten wie z.B. Erfurt und Potsdam gab es bereits Bargeld. Warum nicht auch in Dresden? (Kampagnenaufruf)

Die Radio-Reportage - Was lange währt wird auch nicht gut zur damaligen Packetversorgung in Dresden, die woanders leider noch Realität für viele AsylbewerberInnen und geduldete Flüchtlinge ist.
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... und schafften.

So begann ein Jahr aktiver Kampagnenarbeit: Wir konnten nach ersten Anfragen auf ein umfangreiches Netzwerk von UnterstützerInnen zählen: aus Kultur, Politik und Zivilgesellschaft. Mit Aktionen wie öffentlichem Pakettausch oder Paketfrühstücken gelang es uns, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Wir luden den Sozialdezernenten Kogge zu einer großen Podiumsdiskussion ein. Getragen wurde die Kampagne von Einzelpersonen und Initiativen, die zum Teil schon seit Jahren die Verbesserung der Lebensbedingungen für AsylbewerberInnen fordern. Zentral für Kampagne waren die Paketpatenschaften. Wir vermittelten interessierten DresdnerInnen einen Paten oder eine Patenfamilie. Von diesen Paten kauften die DresdnerInnen regelmäßig die Essenspakete ab. Die AsylbewerberInnen konnten so über Bargeld verfügen, die DresdnerInnen sich über überteuertes, oft nicht ganz frisch geliefertes Essen minderer Qualität freuen. (Aktionen)

Nach ca. einem Jahr - im Dezember 2006 - war es so weit: Bargeld wurde in Dresden als Modellprojekt im Einvernehmen zwischen Stadtverwaltung und dem Sächsischen Innenministerium eingeführt. Der Versuch des Chipkartensystems war an wirtschaftlichen Faktoren gescheitert. Eine Rückkehr zu den Paketen aufgrund des öffentlichen Drucks - nicht zuletzt unserer Kampagne - nicht möglich.

Und heute?

Es war ein kleiner Schritt gegen die Diskriminierung von AsylbewerberInnen in der BRD und in Dresden im speziellen. Zwei weitere Themen beschäftigen uns seitdem:

- Die Unterbringung einer großen Zahl von AsylbewerberInnen in Wohnheimen statt in Wohnungen sehen wir als riesiges Problem für Lebensqualität und Gesundheit der Betroffenen.

- In den meisten anderen sächsischen Landkreisen gibt es immer noch Essenspakete, Gutscheine oder Chipkarten statt Bargeld. Deshalb beteiligen wir uns an einer sachsenweiten Vernetzung von Initiativen. Unser gemeinsames Ziel ist die Einführung von Bargeld in allen sächsischen Landkreisen im Rahmen der derzeit laufenden Kreisreform bis August 2008.


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