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"The truth lies in rostock" - Film bei der "Vokü Cartonage"

Die Wahrheit lügt in Rostock - und nicht nur da. Das, was 1992 in Rostock Lichtenhagen geschah, könnte - auch heute - an vielen Orten in Deutschland geschehen. Bürgermob und Rechtsextreme verbündeten sich zu einer abscheulichen Allianz, machten Jagd auf Menschen, die in einem vermeintlich menschlicherem Land Zuflucht vor Verfolgung suchten, zerschlugen die Scheiben ihrer Unterkünfte, zündeten diese an. Die Bilder machen nicht betroffen, sie machen wütend. Wütend macht auch das Verhalten der Behörden, der Kommunalpolitiker, der Polizei. Die Rädelsführer der Gewalttaten wurden nicht gefasst - aus Mangel an Beweisen, wie es heißt. Weniger Glück hatten die Opfer - Asylsuchende und ehemalige vietnamesische VertragsarbeiterInnen: die meisten von ihnen wurden abgeschoben.

Der Vorfall von Lichtenhagen liegt mittlerweile fast 14 Jahre zurück, doch das Thema ist nach wie vor brisant. Allen Becksteinschen, Schönbohmschen und sonstigen Saubermenschchen Dementis zum Trotz: es gibt viele Orte in Deutschland, an denen sich "ausländisch" aussehende Menschen lieber nicht aufhalten sollten, wenn ihnen ihr Leben und ihre Gesundheit lieb sind. Angst müssen sie nicht nur vor Rechtsextremen haben, sondern auch vor den "ganz normalen" Leuten. Denn soviel ist sicher: da, wo Neonazis erstarken, haben sie einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung - egal ob in Rostock, der brandenburgischen Provinz oder der Sächsischen Schweiz.

Gezeigt wird "the truth lies in rostock" bei der Vokü Cartonage am Mittwoch, 7. Juni im AZ Conni (ab 20:00; Vokü ab 19:00). Das Vokü-Essen wird aus "Katalogverpflegungs"Lebensmitteln hergestellt, die bei in Dresden lebenden AsylbewerberInnen, denen das Recht auf selbst bestimmten Einkauf vorenthalten wird, gegen Bargeld eingetauscht wurden. Damit leisten die OrganisatorInnen einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation dieser Menschen. Aufmerksam gemacht werden soll auch auf den durch die Stadtverwaltung Dresden und die sächsische Landesregierung, die - wie in anderen Bundesländern und Städten durchaus üblich - entsprechend der Rechtslage durchaus Bargeldzahlungen statt Sachleistungen für AsylbewerberInnen bewilligen könnten - praktizierten strukturellen Rassismus.


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